Das erste Fenster rechts nach Betreten der Kirche
Den größten Raum nimmt der Baum in der Mitte und im oberen Bildfeld ein. Kräftige Wurzeln krallen sich im Boden fest, bilden ein Gegengewicht zum krummen Stamm und halten ihn. Wie ein Rückgrat führt eine dunklere Linie durch den Stamm nach oben. Soll damit angedeutet werden: Der Baum steht voll im Saft und trägt mühelos die dicht beblätterte Krone mit ihren vielen Früchten?
Unten quer: ein kleiner Baum, auch mit einem kräftigen Stamm, der eine kräftige Krone tragen kann, allerdings mit nur noch wenigen oder vielleicht gar keinen Blättern mehr. Abgehauen wurde er. Die Axt liegt noch daneben. Unter ihr ist der rote Streifen nicht durchtrennt, aber schmal. Ist im Hintergrund noch eine Verbindung möglich?
Das Fenster setzt ein Wort von Johannes dem Täufer ins Bild:
„Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Mt 3,10)
Das Fenster verändert diese Drohung, indem es über den abgehauenen Baum den fruchttragenden setzt.
Wie viele Vögel entdecken Sie? Oft ist es schwer zu entscheiden, ob eine bestimmte Form auf einen Vogel hinweist. Es ist so wie „in Echt“: Man sieht nicht immer, wie viele Vögel in einem Baum Schutz finden und leben. Die Vögel weiter unten orientieren sich zu dem fruchttragenden, lebendigen Baum. Er ist ein Zufluchtsort, an dem sie gerne ihr Nest bauen. Im Gleichnis vom Senfkorn können die „Vögel unter dem Himmel“ im Schatten der großgewachsenen Staude wohnen. Genauso werden viele Menschen im Reich Gottes einen guten Platz finden.
Und Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie mit einem Senfkorn: Wenn das gesät wird aufs Land, so ist's das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, sodass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.
Hinter den Bäumen liegen dunkelrote Flächen, die sich zu einem länglichen Rechteck ergänzen lassen, freilich oft unterbrochen. (Ähnliche rote Flächen sind bei den anderen drei Fenstern im Kirchenschiff hinterlegt.) Einerseits verleiht das Rot den Fenstern ein lebendiges Farbspiel. Könnte das Rot auch darauf hinweisen, dass die Bäume aus einer ihnen geschenkten Kraft heraus leben, die mal stärker und dann wieder weniger erfahren wird und auch an einigen Stellen unterbrochen ist?
Greift Feuerstein mit seiner Gestaltung nicht nur biblische Motive auf, sondern auch den Mythos der deutschen Eiche auf? Denn zwei Blätter am Stamm könnten von ihrer Form her auf eine Eiche hindeuten. Dieser Mythos wurde oft verwendet, um Stärke zu beschwören! Stärke auch im Kampf, insbesondere gegen die lange als Erzfeinde geltenden Franzosen! Falls Feuerstein auf diesen Mythos anspielen sollte, verändert er ihn grundlegend. Er zeigt: Auch eine Eiche kann abgehauen werden. Und er zeigt: Eine Eiche im Reich Gottes muss nicht gerade gewachsen sein, um schön zu sein, ja sogar eine gewisse Eleganz zu haben, Früchte zu tragen und Vögeln Raum zu bieten. Es kommt nicht auf heldenhafte Stärke an, sondern ob jemand Frucht bringt und für andere da ist, sonst wird er abgehauen.
Der Anfang der 14. Strophe von „Geh aus mein Herz und suche Freud“ passt gut zu diesem Fenster:
Mach in mir deinem Geiste Raum,dass ich dir werd ein guter Baum,und lass mich Wurzel treiben.
Was meinen Sie: Ist dieses Fenster eine gute Begrüßung für Kirchenbesucher*innen? Wir sind gespannt auf Ihre Gedanken! Schicken Sie uns doch eine Mail! pfarramt@kirche-sand.de
Den größten Raum nimmt der Baum in der Mitte und im oberen Bildfeld ein. Kräftige Wurzeln krallen sich im Boden fest, bilden ein Gegengewicht zum krummen Stamm und halten ihn. Wie ein Rückgrat führt eine dunklere Linie durch den Stamm nach oben. Soll damit angedeutet werden: Der Baum steht voll im Saft und trägt mühelos die dicht beblätterte Krone mit ihren vielen Früchten?
Unten quer: ein kleiner Baum, auch mit einem kräftigen Stamm, der eine kräftige Krone tragen kann, allerdings mit nur noch wenigen oder vielleicht gar keinen Blättern mehr. Abgehauen wurde er. Die Axt liegt noch daneben. Unter ihr ist der rote Streifen nicht durchtrennt, aber schmal. Ist im Hintergrund noch eine Verbindung möglich?
Das Fenster setzt ein Wort von Johannes dem Täufer ins Bild:
„Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Mt 3,10)
Das Fenster verändert diese Drohung, indem es über den abgehauenen Baum den fruchttragenden setzt.
Wie viele Vögel entdecken Sie? Oft ist es schwer zu entscheiden, ob eine bestimmte Form auf einen Vogel hinweist. Es ist so wie „in Echt“: Man sieht nicht immer, wie viele Vögel in einem Baum Schutz finden und leben. Die Vögel weiter unten orientieren sich zu dem fruchttragenden, lebendigen Baum. Er ist ein Zufluchtsort, an dem sie gerne ihr Nest bauen. Im Gleichnis vom Senfkorn können die „Vögel unter dem Himmel“ im Schatten der großgewachsenen Staude wohnen. Genauso werden viele Menschen im Reich Gottes einen guten Platz finden.
Und Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie mit einem Senfkorn: Wenn das gesät wird aufs Land, so ist's das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, sodass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.
Hinter den Bäumen liegen dunkelrote Flächen, die sich zu einem länglichen Rechteck ergänzen lassen, freilich oft unterbrochen. (Ähnliche rote Flächen sind bei den anderen drei Fenstern im Kirchenschiff hinterlegt.) Einerseits verleiht das Rot den Fenstern ein lebendiges Farbspiel. Könnte das Rot auch darauf hinweisen, dass die Bäume aus einer ihnen geschenkten Kraft heraus leben, die mal stärker und dann wieder weniger erfahren wird und auch an einigen Stellen unterbrochen ist?
Greift Feuerstein mit seiner Gestaltung nicht nur biblische Motive auf, sondern auch den Mythos der deutschen Eiche auf? Denn zwei Blätter am Stamm könnten von ihrer Form her auf eine Eiche hindeuten. Dieser Mythos wurde oft verwendet, um Stärke zu beschwören! Stärke auch im Kampf, insbesondere gegen die lange als Erzfeinde geltenden Franzosen! Falls Feuerstein auf diesen Mythos anspielen sollte, verändert er ihn grundlegend. Er zeigt: Auch eine Eiche kann abgehauen werden. Und er zeigt: Eine Eiche im Reich Gottes muss nicht gerade gewachsen sein, um schön zu sein, ja sogar eine gewisse Eleganz zu haben, Früchte zu tragen und Vögeln Raum zu bieten. Es kommt nicht auf heldenhafte Stärke an, sondern ob jemand Frucht bringt und für andere da ist, sonst wird er abgehauen.
Der Anfang der 14. Strophe von „Geh aus mein Herz und suche Freud“ passt gut zu diesem Fenster:
Mach in mir deinem Geiste Raum,dass ich dir werd ein guter Baum,und lass mich Wurzel treiben.
Was meinen Sie: Ist dieses Fenster eine gute Begrüßung für Kirchenbesucher*innen? Wir sind gespannt auf Ihre Gedanken! Schicken Sie uns doch eine Mail! pfarramt@kirche-sand.de









